Kräuterspirale


Kinder und Väter bauen eine Kräuterspirale mit Tierbeobachtungsstationen

Am Freitag, den 15.Oktober 2010 eroberten am späten Nachmittag Väter und Kinder das Außengelände der Kita. Ausgerüstet mit Schaufeln, Spaten, Hammer und Meißel und gut geschützt durch Helm, Handschuhe und Schutzbrillen lauschten sie voller Tatendrang der fachlichen Anleitung von Christoph Klingenhäger. Dieser wusste nämlich genau Bescheid, wie man eine Kräuterspirale baut und in welchen zusätzlichen Elementen Insekten, Würmer, Asseln, Nager oder Kröten ein neues Zuhause finden.

Hochbeet

Einige Kinder, Mütter und Erzieherinnen haben schon Wochen vorher das Hochbeet von wuchernden Wild- und Unkräutern befreit und verschiedene Pflanzen umgesetzt.

Kräuterspirale

Für die Kräuterspirale hoben einige Väter zuerst einen etwa kreisrunden Graben aus. Diesen füllten die Kinder dann mit Split, Kieselsteinen und Sand auf. Das Füllmaterial dient unserer neuen Kräuterspirale als Drainage, da der Frost im Winter sie sonst evtl. anheben könnte. Einige andere Väter und Kinder schlugen mit vollem Körpereinsatz knapp 80 Steine zurecht, die dann spiralförmig aufgesetzt und mit Erde und Sand aufgefüllt und stabilisiert wurden. Löcher, die aus herabsackender Erde demnächst entstehen, können direkt mit Kräutern bepflanzt werden; so erhält der Aufbau zusätzliche Stabilität durch die Kräuterwurzeln.

 Bereich absteckenFundament aushebenSteine bearbeitenFundamentErde stampfenAuffüllen mit Mutterboden

Ist die Erde auch gut?Sand und Steine als DrainageAlle arbeiten mitAlles gut feststampfen

 

Die Kräuterspirale wächst...... und wächst... und wird zwischendurch immer wieder mit Erde aufgefüllt

Puh, erst mal 'ne kleine PauseMit den großen Spaten ist das Buddeln doch gleich effektiverLetzte Einweisung und Erläuterungen zu den künftigen Bewohnern der Kräuterspirale

Innerhalb unserer neuen Kräuterspirale befinden sich 3 Sonderelemente aus Holzbeton, die es den Kindern demnächst ermöglichen, interessante Tierbeobachtungen zu machen. Da alle Steine in nächster Zeit ein Gangsystem herausbilden werden, wird sich schon bald reger Insekten- und Kleintierverkehr in unserer Spirale tummeln.

In einem Holzbetonelement mit einem Loch kann sich eine Kröte oder Spitzmaus einquartieren. InsektennistwandQuartier für Kröte oder Spitzmaus

In einem zweiten Element, der Insektennistwand, finden Wildbienen, Grab-, Lehm- oder Goldwespen einen Ort zum Wohlfühlen.

Ein Lehmstreifen mit Bohrgängen und Schilfröhrchen in diesem Element sind ideale Brutzellen für die sogen. Hautflügelarten.

Im dritten Element, dem Insektennisthaus, befinden sich Plexiglasröhrchen. In diesen Brutgängen bzw. – röhrchen aus durchsichtigem Material legen Wildbienen, Grab-, Falt- oder Wegwespen ihre Eier ab. Die Röhrchen kann man herausnehmen, so dass die Kinder einzelne Vorgänge wie Eiablage, die Larvenentwicklung bis hin zum Verschließen der Brutkammern direkt beobachten können.Insektennisthaus

An unserer neuen Kräuterspirale wird auch eine Tränke stehen. Diese ist durch verschieden eingearbeitete Etagen nicht nur für Vögel geeignet. Auch Bienen finden darin einen niedrigen Bereich, ohne zu ertrinken.

Ein Spinnenrahmen aus Holz befindet sich oben auf der Spirale. Dort haben Radnetzspinnen die Möglichkeit ihr Netz zu bauen. Außerdem befindet sich an dem Rahmen ein dreieckiger Hohlraum, in den die Spinne sich, z.B. bei Gefahr, zurückziehen kann. Dieser Rahmen kann aus der Erde herausgezogen und mit in eine Gruppe genommen werden, um im Stuhlkreis oder in Kleingruppen über gezielte Beobachtungen der Kinder zu sprechen.

 

Folgende Kräuter und Pflanzen finden nun bei uns ihren Platz

Minze, Zitronenmelisse, Salbei, Oregano, Lavendel, Rosmarin, Petersilie, Schnittlauch, Currykraut, Basilikum, Liebstöckel, Kapuzinerkresse.

 
Kräuterspirale bepfl.2InsektennisthausPetersilieSpinnenrahmenLavendel

Ameisen-/ Beobachtungsstein

Eine weitere Tierbeobachtungsstation ist der Ameisenstein. Er ist speziell zur Beobachtung von Ameisen, Ohr- und Regenwürmern, Asseln, Schnecken, Käferlarven oder Tausendfüßern gedacht. Für den Ameisenstein wurde zunächst ein ca. 50cm tiefes Loch ausgehoben, dann ein Metallrahmen eingesetzt. Auf diesen Rahmen wurde eine Plexiglasplatte gelegt, darauf eine gelbe Steinplatte, die man leicht auf- und abnehmen kann und die aufgrund ihrer Farbe und Beschaffenheit Wärme speichert. In diesem warmen dunklen Loch sammeln sich verschiedene Gliederfüßer, Würmer, Schnecken und besonders gerne Ameisen. Legt man z.B. einen Kleintierkadaver oder ein totes Insekt in die Vertiefung, können die Kinder nach kurzer Zeit durch die Plexiglasscheibe beobachten, wie die Ameisen das verendete Tier zersetzen.

Der erste Versuch, ein Loch für diese Tierbeobachtungsstation auszuheben, schlug fehl, da eine Wurzel uns den Weg versperrte. Normen Bratfisch wollte sich davon aber nicht aufhalten lassen und suchte gemeinsam mit Paulo Santos Silva und Hans-Peter Kleckers am Rande der Wiese einen geeigneteren Ort für den Ameisenstein.

Obwohl uns das Wetter nach tagelangem Sonnenschein ausgerechnet am Freitagnachmittag mit starkem Regen nicht wohlgesonnen war, hat uns und den Kindern die Aktion sehr viel Spaß gemacht, zumal am Rande der Arbeit auch das leibliche Wohl nicht außer Acht gelassen wurde. Die lecker gebackenen Pizzabrötchen von Britta Kinsele und Jessica Bratfisch fanden zahlreiche Abnehmer. Wir sind sicher, demnächst viele neue Beobachtungen machen zu können und die Kinder durch den Bau der neuen Anlagen näher an die Natur und ihre Faszination zu bringen.

Fotos und Text: Christian Kloss