Wildbienenhotel


Wir bauen ein Wildbienenhotel

Kinder leben in einer engen Beziehung zu ihrer Umwelt, zu den Menschen und zu der Natur. Sie lieben Natur- und Umwelterfahrungen, bewundern und bestaunen Vorgänge in der Natur, verfolgen ganz gespannt das Wachstum verschiedenster Pflanzen. Sie säen mit Hingabe Samen aus, pflanzen Stecklinge oder Zwiebeln, pflegen das, was daraus wächst mit Hingabe oder erkennen auch mal, dass ihre Pflanze vertrocknet oder „stirbt“, wenn sie nicht genügend Licht, Wasser oder Erde bekommt.

Kinder mögen kleine und große Tiere, beobachten bei jeder sich bietenden Gelegenheit kleinste Krabbeltierchen und sind ganz wissbegierig zu erfahren, wo und wie diese Tiere leben. Sie graben in der Erde nach Regenwürmern, suchen Marienkäfer, Blattläuse und manchmal sogar Spinnen und Spinnentiere.

Mit dem Bau einer Kräuterspirale im Hochbeet unseres Außengeländes haben Eltern, Kinder und ErzieherInnen schon einen wichtigen Treffpunkt für vielfältige Naturerfahrungen geschaffen. Die Kräuter wachsen und gedeihen und können nun laufend geerntet werden.

Bei einer weiteren Vater-Kind-Aktivität am Samstag, den 18.Juni 2011 bauen die Väter mit ihren Kindern ein Wildbienenhotel. Angeleitet wird diese Aktion von Elke Mischke aus St. Hubert, die auf ihrem kleinen Naturhof nicht nur botanische und kulinarische Besonderheiten anbietet, sondern besonders Kindern Natur- erfahrungen nahe bringen will. 

Pünktlich um 10.00 Uhr strömen Väter und Kinder in die Kita, beladen mit „schwerem Gerät“ wie Bohrmaschinen, Werkzeugkoffern und Akkuschraubern.

Nach einem kurzen theoretischen Ausflug in das Leben und Wirken unserer Wildbienen können Väter und Kinder endlich ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Zunächst werden die Seitenwände, Bodenplatte und das Dach zum „Rohbau“ zusammengefügt.

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Im nächsten Arbeitsschritt kommen die Bohrmaschinen zum Einsatz. In ein Vierkantholz und in mehrere Baumäste mit unterschiedlichem Durchmesser bohren die Kinder mit kleiner Unterstützung ihres Papas verschieden große Löcher. So entstehen Gänge für die Wildbienen, in denen sie dann später ihre Nist- und Bruthöhlen einrichten können.

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     Erst einmal das richtige “Feeling” für die Bohrmaschine bekommen und dann mit Papa’s Hilfe die kleinen Gänge und Höhlen für die Wildbienen anlegen!

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Unsere künftigen Gäste aus der freien Natur sollen ein bienenfreundliches und gemütliches Hotel vorfinden. Daher statten wir es nun komfortabel aus. Frau Mischke hat uns viele kleine Zweige, Bambusröhrchen, Heu und Stängel vom Liebstöckelkraut mitgebracht. Diese binden wir nun mit Naturbast zu kleinen Bündeln und stapeln und stopfen sie etagenweise in dem Rohbau übereinander. Dabei achten wir darauf, alle Zwischenräume gut zu füllen, damit nichts mehr verrutschen und hinaus fallen kann.

 

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Gut, dass die Gärtner gestern erst einige Weidenbüsche beschnitten und den Grünschnitt noch nicht abgefahren haben. So können wir die Zweige heute für unser Wildbienenhotel nutzen. Schnell sind einige Gartenscheren organisiert. Jeder schneidet sich die Zweige nun nach Bedarf in etwa 10-12 cm kurze Stücke und füllt damit noch kleinere oder größere Lücken in seinem künftigen Gästehaus für Insekten.

  Zweige schneiden 4476Es ist gar nicht so einfach, mit der Gartenschere zu schneiden. Aber mit Ruhe und Konzentration  gelingt es schließlich.   Zweige schneiden 4477Mmmh, das Liebstöckelkraut duftet aber lecker!

  Zweige schneiden 4474Sicher finden wir noch ein paar Zweige für unser Wildbienenhotel!   Fachsimpeln 4471Fachsimpeln, einen Kaffee trinken und ein Gespräch unter Männern- dafür ist natürlich auch Zeit!

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Wo sind all die Gartenscheren? Nun, zur Not und mit ganz viel Geduld reicht sogar die Kinderschere, um die ganz dünnen, zarten Zweiglein für die kleinen Zwischenräume zu schneiden. Und wer schon fast fertig ist, überlässt dem Papa die Endkontrolle des Wildbienenhotels, um selbst wichtige Transporte zu regeln!

Nachdem die Wildbienenhotels nun alle fertig eingerichtet sind, brauchen sie von außen noch einen wetterfesten Anstrich. Mit einer einfachen Holzlasur werden Dach, Boden und Seitenteile von außen gestrichen. An dieser Stelle noch einmal HERZLICHEN DANK an die Väter, die ihre Holzlasur-Reste für diese  Aktion allen zur Verfügung gestellt haben!

 
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Der Wind weht heute nicht nur unsere Kleinmaterialien und den Grünschnitthaufen durcheinander, sondern pustet die Holzlasur auf den Wildbienenhotels schnell trocken, so dass jeder sein Bauwerk gleich mit nach Hause nehmen kann.

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Nun gilt es nur noch einen günstigen Platz im Garten oder auf dem Balkon jeder Familie zu finden, an dem das Wildbienenhotel seine Gänge für die zukünftigen kleinen Besucher öffnet!

 

Text und Fotos: Birgitt Lokan